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eCommerce erobert den Lebensmittel und Getränkeeinzelhandel

Bei Elektronik, Bekleidung und Büchern ist es bereits eine Selbstverständlichkeit: Online-Shopping. Im Bereich Lebensmittel und Getränke sieht das anders aus – zumindest noch. Während die USA und China international wahre Vorreiter im Lebensmittel E-Commerce sind, begeistern sich auch in anderen Ländern immer mehr Menschen für diesen Trend. Wurden 2016 alleine in Deutschland Lebensmittel im Wert von ca. 850 Mio. € online umgesetzt, so erwarten Experten, dass sich dieser Wert bis 2021 mehr als verdoppelt und auf über 1.850 Mio. € klettert.

Im europäischen Vergleich bestellen die Briten besonders gerne Lebensmittel und Getränke online. Bereits jeder Dritte hat schon einmal den Einkaufswagen im Laden gegen den digitalen Warenkorb im Web eingetauscht.
Die wichtigsten Gründe für die Kunden sind:

  • Unabhängigkeit von Öffnungszeiten (56%)
  • Lieferung nach Hause (55%)
  • Zeitersparnis (53%)

Außerdem schätzen Kunden die Bequemlichkeit, das größere Angebot und niedrigere Preise beim Online-Shopping.
Bis 2020 wird der Marktanteil des Online-Geschäfts auf 10% prognostiziert. Damit wird jeder zehnte Verbraucher seine Lebensmitteleinkäufe rein über digitale Kanäle durchführen. Der Anteil des sogenannten Cross-Channel, bei dem die Verbraucher eine Mischung aus digitalen und stationären Einkaufskanälen zum Lebensmitteleinkauf nutzen, wird von derzeit 6 % bis zum Jahr 2020 auf 20 % ansteigen. Der Marktanteil rein stationärer Kanäle wird hingegen auf 70 % sinken.

Logistik für Multi Channel verändert die Geschäftsmodelle

Das bislang am weitesten verbreitete Geschäftsmodell des Online-Shoppings frischer Lebensmittel sind die sogenannten Drive-Markets. Kunden bestellen ihre Lebensmittel online auf der Internetpräsenz des Anbieters und holen die Waren eigenständig an dafür vorgesehenen Filialen ab.
Das Modell "Online-Shopping mit Lieferservice", welches sich am Vorbild des Online Handels mit Elektronik à la Amazon orientiert, setzt den Convenience-Gedanken noch konsequenter um. Die logistischen Anforderungen von der Lagerung, über den Versand bis hin zur Rücknahme, sind hierbei jedoch auch entsprechend hoch.

Im Bereich Food & Beverage geht es jedoch nicht mehr um die Entscheidung entweder Online-Shop oder Filiale. Der größte Hebel für die Positionierung am Markt ist die Flexibilität, den Kunden immer beides in perfekter Kombination anbieten zu können. Denn viele Käufer schätzen die Bequemlichkeit im Internet, wollen Ihre Lebensmittel aber auch mal frisch an der Theke anfassen, riechen, probieren und dann direkt einpacken. Angestammte Online-Händler und klassische Filialisten expandieren jeweils in das Stammgebiet des anderen.

Prognose der Umsätze im Lebensmittelhandel
Quelle:
Umsätze im Lebensmittelhandel: Planet
Retail I Marktanteile: EY-Berechnung

Folgen des Trends

  • Verkleinerung reiner Verkaufsflächen in Einzelhandelsfilialen
  • Mehr Distributionszentren und dezentrale Lagerhäuser anstelle neuer Einzelhandelsfilialen
  • Steigende Anforderungen an Kommissionierung und Distribution (Kapazität & Effizienz)
  • Erhöhte Anforderungen an die Lagerverwaltung, um die Waren zwischen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitzustellen, bspw. wenn der Kunde Online bestellt, aber in der Filiale abholen möchte

Anforderungen an die Logistik

  • Kompakte und effiziente Lagerung von Lebensmitteln in verschiedenen Temperaturbereichen
  • Schnelle und effiziente Kommissionierung kundenbezogener Lebensmittelbestellungen
  • Schnelle und zuverlässige Auslieferung von Lebensmittelbestellungen mit verschiedensten Temperaturanforderungen bei geringen zusätzlichen Kosten
  • Verlängerung der Kühlketten bis zur Haustür der Verbraucher (Last Mile)
  • Lösungen zur zeitlichen Entkopplung von Lieferung und Warenannahme

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