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Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)

Ein vieldiskutiertes Problem in der Lebensmittel- und Getränkebranche ist das massenhafte Wegwerfen von Nahrungsmitteln.

  • Weltweit wird rund ein Drittel der für den menschlichen Verbrauch produzierten Lebensmittel weggeworfen (ca. 1,3 Mrd. Tonnen pro Jahr)
  • In Deutschland werden jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel entlang der Wertschöpfungskette weggeworfen.
  • Um diese Menge zu transportieren würde man 275.000 LKW-Ladungen benötigen. Umgerechnet landen alleine in Deutschland Lebensmittel im Wert von 25 Milliarden Euro im Abfall.

MHD Management als Grundanforderung an die Logistik

In diesem Zusammenhang spielt das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) eine wesentliche Rolle. Dieses Kennzeichnungselement auf Fertigpackungen gibt an, bis zu welchem Termin ein Lebensmittel bei sachgerechter Aufbewahrung auf jeden Fall ohne wesentliche Geschmacks- und Qualitätseinbußen sowie gesundheitliche Risiken zu konsumieren ist. Auch andere Kriterien wie Optik, Geruch, und äußere Beschaffenheit von nicht verpackten Lebensmitteln, wie z. B. Obst und Gemüse, bestimmen die Zeitspanne, in der die Waren den Kundenanforderungen entsprechend verkauft werden können. Die Länge dieses Zeitfensters hängt primär vom logistischen Handling der Waren entlang der Wertschöpfungskette – insbesondere von Einhaltung der im Zusammenhang mit dem MHD genannten Lagertemperatur durch ununterbrochene Kühlketten – ab. Erschwert wird dies durch unterschiedliche Temperaturanforderungen, die nicht immer für alle Lebensmittel ausreichend berücksichtigt werden können. Daher lautet eine weitere Anforderung an die Logistik,  Lebensmittel und Getränke schnellstmöglich zu verteilen bzw. möglichst kurz suboptimal zu kühlen.

Verteilung der Lebensmittelabfälle nach Bereichen der Nahrungsmittelkette (Median) [t/a]

Anforderungen an die Logistik

  • Kompakte Lagerung und Transport von Lebensmitteln unter Einhaltung der Temperatur-Anforderungen bestimmter Lebensmittel
  • Kontrollierte und verfolgbare Ein- und Auslagerung von Waren nach dem FIFO-Prinzip (First in, First out)
  • Überwachung von Haltbarkeitsdaten, Chargen und Produktionsserien
  • Permanenter Zugriff auf alle gelagerten Artikeln
  • Schnelle Bereitstellung zur Distribution von Lebensmitteln

Zukunftsmusik – Dynamisches MHD

  • Ausgangspunkt: Maximale Haltbarkeit bei optimaler Kühlung
  • Messung und Dokumentation: Kombination von RFID-Transpondern und Instrumenten zur Messung der äußeren Gegebenheiten, v.a. Temperaturen, Lichteinfall und anderer Verfallsindikatoren (z. B. Reifegase bei Obst), denen ein Produkt entlang der Wertschöpfungskette ausgesetzt wurde
  • Folgerung: Reduzierung der Haltbarkeitsangabe – z. B. wenn Produkte entlang der logistischen Kette ungünstigen Temperaturen 

Haltbarkeit von Lebensmitteln

Haltbarkeit von Lebensmitteln
Reduzierung der Haltbarkeitsangabe bei ungünstigen Temperaturen und bei negativen äußeren Faktoren während der Lagerung und des Transports von Lebensmitteln

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